Die digitale Ausstellung zur Aktion 1933–1945 Nachgegraben versteht die Grabung als Geste des Erinnerns und verbindet historische Spurensuche mit digitaler Vermittlung – zugänglich und im Berliner Stadtraum verankert.
2025 erinnert das Projekt an einen besonderen Moment: 1985, vierzig Jahre nach Kriegsende, versammelten sich Menschen im Berliner Regierungsviertel, um an das Ende des NS-Terrorregimes zu erinnern. Mit Spaten folgten sie dem Impuls „Grabe, wo du stehst“ und suchten auf dem Gelände des ehemaligen Gestapo-Sitzes nach Spuren der Vergangenheit.
Aus diesem Akt entstand eine nachhaltige Auseinandersetzung. Engagierte aus dem Umfeld der Berliner Geschichtswerkstatt, des Aktiven Museums und der Topographie des Terrors sicherten anlässlich des Jubiläums zentrale Materialien – Aufruf, Redemanuskripte und Fotografien. In intensiver Recherche wurden abgebildete Personen identifiziert. Daraus entwickelte sich eine digitale Fotoausstellung.
Unser Konzept verbindet einen kompakten Rundgang mit einer vertiefenden Katalogebene. Großformatige Fotografien eröffnen den Zugang. Ein Mapping-Tool macht Personen und Gebäude sichtbar, ein historisches Luftbild verortet das Gelände, eine Zeitleiste ordnet die Ereignisse, ein Kontextbereich beleuchtet erinnerungspolitische Debatten. Der Katalog bündelt alle Inhalte dauerhaft als Archiv.
Seit Mai 2025 ist die Ausstellung ein Baustein der Bildungsarbeit der Topographie des Terrors. Die Website ist barrierearm umgesetzt: vollständig per Tastatur nutzbar, mit Alternativtexten versehen; die Handschrift der Titel lässt sich in eine serifenlose Schrift umstellen.
So verbindet Nachgegraben historische Recherche mit zeitgemäßer Gestaltung – und zeigt, dass Erinnerung eine Bewegung ist.