Das Buch ›Topographie discrète, scénario pour un texte sans dimensions‹ (Diskrete Topographie, Szenario für einen Text ohne Dimensionen) entstand aus der Begegnung zwischen der französischen Philosophin Anne-Françoise Schmid und Ivan Liovik Ebel, Partner bei BAR PACIFICO/. Dieser experimentelle Text verlangte nach einer Form, die ihn zugänglich macht und zugleich seinen außergewöhnlichen Charakter bewahrt. Er ist somit das Ergebnis einer tiefgehenden Reflexion, in der Form und Inhalt untrennbar miteinander verwoben sind.
Die Philosophin Anne-Françoise Schmid und der Künstler Ivan Liovik Ebel haben beschlossen, gemeinsam an der Schaffung eines neuen Ortes zu arbeiten, der nicht genau jener der in Kunst und Philosophie üblichen asymmetrischen Begegnung ist. Es sei ein Gemeinsames = X. Aus diesem Ort können ursprüngliche Materialitäten hervorgehen, die ihre Verankerung nicht unbedingt in dieser oder jener Disziplin suchen. Ihr Projekt besteht somit darin, eine Topographie des anderen „Raums" zu „theoretisieren", in dem sich die verschiedenen Materialitäten treffen.
Das Buch gliedert sich in zehn Kapitel und zwei voneinander unabhängige Spalten, wobei Anne-Françoise Schmid und Ivan Liovik Ebel jeweils eine der beiden Spalten verantworten. So handelt es sich in Wirklichkeit um zwei Texte, die parallel zueinander verlaufen, ohne sich wirklich zu antworten, deren Echos sich jedoch miteinander vermischen. Jedes Kapitel wird von einem Chor unterbrochen, der der Tradition der antiken Tragödie entlehnt ist. Das Buch schließt mit einem Manifest, das das Ende des Szenarios und den Beginn eines möglichen Textes markiert.
Zu einem großen Teil liegt der Inhalt dieses Buches, seine eigentliche Identität, in dem leeren Raum zwischen diesen beiden Spalten. Dieser Raum ist kein Zwischenraum: Er befindet sich weder in der Kunst noch in der Philosophie. Dennoch nimmt sein Ausgangspunkt seinen Platz in der Kunst und der Philosophie. Der Chor resoniert dabei wie das Echo des Sinnlichen. Er offenbart und enthüllt eine distanzierte Empathie, eine Stimme, die zwischen Metapher und Musik schwankt.
Als bewusst experimentelles Buch entwirft es das Szenario eines Textes mit schwebenden Orten, jenseits und diesseits seiner virtuellen Dimensionen. Es streift kaum und sehr diskret die Werke, jene Theoreme der Seele des Künstlers und der Philosophin.